Impressionen aus dem Lauenburgischen
Die lauenburgischen Orte früher und heute – eine volkstümliche Betrachtung
Der Seitentitel „Lauenburgische Orte – Impressionen aus dem Lauenburgischen” deutet bereits an, worum es nachfolgend geht. Es geht um eine Reise durch das herrliche und von landschaftlicher Schönheit geprägte lauenburgische Land. Lassen wir den Blick über eine Karte dieses Gebietes schweifen, wird uns der Liebreiz dieser Landschaft mit den vielen Seen und Wäldern sofort deutlich. Allein die Betrachtung dieser Karte mit den vielen blauen und grünen Zonen erweckt die Neugier. Neugier auf mehr … Neugier auf Historisches und Gegenwärtiges. Was alles, ob Landschaft oder Bauwerk, gibt es im Lauenburgischen zu entdecken?
Dies ist nun ein zugegebenermaßen bescheidener Versuch, diese Frage – zumindest teilweise – zu beantworten. So gibt es neben den einschlägig bekannten Sehenswürdigkeiten unendlich viele schöne und interessante Dinge zu sehen. Dinge, die ein Dorf, eine Stadt oder eine Landschaft so liebenswert machen. Dies muss nicht zwingend ein Natur- oder Kulturdenkmal[1] sein. Ebenso kann es ein schöner Vorgarten oder eine anmutig bewachsene Mauer sein. Bei dieser Betrachtung spielen also nicht nur die großen und allgemein bekannten Gebäude, Plätze etc. eine Rolle. Vielmehr geht es auch um Details. Eben gerade um die Dinge, die nicht immer sofort ins Auge fallen und nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind.
Mit den jeweiligen Bildergalerien wird der Versuch unternommen, dies zum Ausdruck zu bringen. Sicher wird es einem Hobby-”Fotografen” nicht immer gelingen, die Dinge quasi immer ins rechte Licht zu setzen, doch wie heißt es so schön:
Versuch macht klug.
Im Untermenü dieser Seite sind die einzelnen Orte/Ortsteile aufgeführt. Von dort gelangt man zur jeweiligen Ortsseite nebst Link zur Bildergalerie. Die Bildergalerien sind bei flickr.com in verschiedenen internetfreundlichen Auflösungen bis 1024px hinterlegt. Weit hochauflösendere, wasserzeichenfreie und druckfähige Formate (300dpi) stehen ebenfalls zur Verfügung. Im Bedarfsfalle bitte jeweils anfragen. Im Laufe der Zeit wird so ein umfangreicher und hoffentlich reizvoller Bilderbestand aus all den schönen Orten zusammengetragen werden können. Naturgemäß wird dies einige Zeit in Anspruch nehmen – aber Geduld ist ja bekanntlich eine Tugend.
Erfahrungsgemäß bleibt es nicht aus, dass sich früher oder später die Frage aufdrängt, was hier eigentlich früher war? Wie kommt es, dass nicht wenige Orte einen slawisch klingenden Namen tragen?
Ein ungemein reizvolles Thema – nicht nur für Toponomastiker. Je tiefer man in diese Materie einsteigt, desto größer der Zauber, dem man sich so schnell nicht mehr entziehen kann und schließlich erliegt.
So wurde schließlich die Idee geboren, die Bildergalerien um minimale inhaltliche Aspekte [2] (einige Daten und ein wenig über die Sehenswürdigkeiten) zu erweitern.
Es bedurfte dann nur noch eines kleinen Schritts, auch an dieser Stelle ein wenig in die Vergangenheit zu schauen. Zum einen werden auf jeder „Ortsseite“ meist ein paar Zeilen zur jeweiligen Geschichte [3] zu finden sein, zum anderen geht es bei dieser Betrachtung nicht nur um die nach der aktuellen politischen Regionalstruktur bestehenden Orte. Quellen weisen aus, dass eine Vielzahl alter Siedlungsstellen/Dörfer vergangener Jahre heute nicht mehr existieren. Dies aus den verschiedensten Gründen. So mancher Ort wurde von den Bewohnern einfach verlassen. So mancher Ort wurde einfach verlegt. Aber auch die Pest oder kriegerische Handlungen könnten hierbei eine Rolle gespielt haben. So mancher Ort wird aber auch „Grundstein“ für eine neue Siedlung gewesen sein. Nicht wenige der alten Flurnamen weisen auf solche Sachverhalte hin. Im Ortsverzeichnis sind daher auch die heute nicht mehr existierenden Siedlungsstellen aufgeführt. Dies gilt auch für Namen von Siedlungsstellen, die es nach dem Volksmund gegeben haben soll aber nach den Ausführungen sachkundiger Forscher tatsächlich niemals gegeben hat.
In vielen geschichtlichen Betrachtungen über das Leben auf dem Gebiet des heutigen Schleswig-Holsteins gibt es meist wenig über das Lauenburgische zu erfahren. Dies liegt zum einen daran, dass der politische Anschluss Lauenburgs an Schleswig-Holstein erst relativ spät erfolgte und zum anderen die überregionale Bedeutung des Lauenburgischen – im Vergleich zu einer Metropolregion – auf vielen Gebieten eher bescheiden gewesen sein dürfte.
Dennoch ist insbesondere die lauenburgische Siedlungsgeschichte ab dem 12. Jahrhundert schon sehr spannend, zumindest für den Interessierten. Dies nicht zuletzt wegen der überwiegend slawischen Ursprünge vieler Siedlungsstellen und dem damit verbundenen Nebeneinander von deutschen und slawischen Ortsnamen. Einige Schriften geben Auskunft über eine beschauliche und friedliche Koexistenz der (neuen) deutschen Bevölkerung neben der (älteren) slawischen Bevölkerung. Mithin wird hier und da ein mehr oder weniger friedvolles Mit- und Nebeneinander beschrieben. Keinesfalls soll dies in Abrede gestellt werden, denn es wird schon hier und da auch so gewesen sein. So wird es geradezu eine Meisterleistung siedlungstechnischen Geschickes gewesen sein, dass innerhalb kürzester Zeit große Siedlungsräume für nachströmende Siedler nichtslawischer Herkunft zur Verfügung standen. In ungefähr diese Zeit fällt zufällig auch der sogenannte Wendenkreuzzug von 1147 als Teil des zweiten Kreuzzuges. Bedauerlicherweise ist aber über diesen nördlichen Kreuzzug und die Vorgehensweise der Heeresgruppe von Heinrich dem Löwen – abgesehen von den Geschehnissen am Schweriner See um die Burg Dobin – derzeit relativ wenig bekannt. In der Chronica Slavorum (Slawenchronik) wird um 1167 von Helmold von Bosau (I, 62) berichtet:
„Das dritte Kreuzfahrerheer weihte sich dem Wendenzuge gegen unsere Grenznachbarn, die Obotriten und Lutizen, um Tod und Verderben zu rächen, die sie über die Christen, besonders die Dänen, gebracht hatten.“
Insgesamt kann ich zu diesem Thema folgendes anmerken: Bei den Recherchen traten nicht selten unterschiedliche Auffassungen zu Tage. So einiges scheint bis heute ungeklärt. Nicht alle Darstellungen waren überzeugend.
Abgerundet wird das Ganze dann mit Geschichten aus dem oder über den jeweiligen Ort (was man sich halt so erzählt). Von der Sage bis zur Gruselgeschichte – hier ist einfach alles gefragt. Da werden manchmal die abenteuerlichsten Geschichten erzählt. Soweit eine Wiedergabe nicht geltendes Recht verletzt – es gibt vor einer Veröffentlichung natürlich eine Zensur – können Sie mir ihre Beiträge gern mailen.
Last but not least folgen die “Erläuterungen” und das “Literaturverzeichnis”. Die Quellenangaben sind – soweit für diese Zwecke erforderlich und sachdienlich – direkt auf der jeweiligen Seite angegeben.
Schaun mer mal, was im Laufe der Zeit dabei entstehen wird.
Ganz besonderer Dank gebührt den Unterstützern, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen als da u.a. wären:
Hermann Koops, Breitenfelde,
für die leihweise Überlassung von Quellen.
Christian Lopau, Stadtarchiv Mölln/Ratzeburg, Archivgemeinschaft Breitenfelde,
für die Hilfe bei der Erschließung von Quellen und der Überlassung von Materialien.
Kreisverwaltung Ratzeburg,
für die unkomplizierte Erteilung von Auskünften und Übersendung von Daten.
| Abkürzungsverzeichnis: | |
| AHL | Archiv der Hansestadt Lübeck |
| Hamb.UB | Hamburgisches Urkundenbuch |
| Hans.UB | Hansisches Urkundenbuch |
| KAR | Kreisarchiv Ratzeburg |
| Ksp. | Kirchspiel |
| LAS | Schleswig-Holsteinisches Landesarchiv in Schleswig |
| LHAS | Landeshauptarchiv Schwerin |
| MUB | Mecklenburgisches Urkundenbuch |
| SAM | Stadtarchiv Mölln |
| UBStL | Urkundenbuch der Stadt Lübeck |
| ZR | Ratzeburger Zehntregister |
[1] Das Denkmalrecht fällt in die Kulturhoheit der Länder und ist Teil des besonderen Verwaltungsrechts. Dies bedeutet, dass es von Bundesland zu Bundesland jeweils unterschiedliche Definitionen geben kann. Vereinfacht lässt sich derzeit festhalten: Das Denkmalrecht unterscheidet zwischen Kultur- und Naturdenkmalen. Zu den Kulturdenkmalen zählen insbesondere die Bau-, Boden- und Gartendenkmale, wobei es sich dabei auch um Gesamtanlagen handeln kann. Bei einem Naturdenkmal geht es grundsätzlich um ein unter Naturschutz stehenden Landschaftsteil, wobei es sich dabei um eine Fläche aber auch um ein einzelnes Objekt handeln kann. So manches Mal verwischen allerdings die Übergänge.
[2] Die Daten über Einwohnerzahl und Fläche stammen – soweit nicht anders angegeben – vom Statistikamt Nord (Genehmigung zur Verwendung vom 05.11.07) und geben derzeit den Stand vom 31.12.2007 wieder. Die Liste der jeweiligen Sehenswürdigkeiten ist weder vollständig noch objektiv, sondern dient allenfalls als Anhalt. Deshalb ist es immer ratsam, sich vor Besuch einer Ortschaft bei den einschlägigen Stellen über Sehenswürdigkeiten und ggf. Öffnungszeiten u.a. zu informieren.
[3] Dieser Bereich kann hier nur absolut oberflächlich und unvollständig gestreift werden. So können hier allenfalls Überschriften und einige wenige Daten genannt werden. Es gibt aber in fast jedem Ort wissende und engagierte Heimatforscher, die meist über ein profundes Fach- und Detailwissen verfügen. Von vielen Orten gibt es mittlerweile eine Dorf- bzw. Stadtchronik. Auch stehen sicherlich die jeweils zuständigen amtlichen Stellen für Auskünfte zur Verfügung.

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